In der Antike trug die Insel den Namen Thermessa, die Heisse, und später, mit zunehmender Ausbreitung des Hephaistos-Kultes, nannte man sie Hiera, die Heilige. Die alten Griechen stellten sich vor, der Gott des Feuers hätte seine Schmiede im Schlund des Vulkans. Hier fertigten er und seine einäugigen Gehilfen, die Zyklopen, Blitze für Zeus und Waffen für die anderen Götter. Antike Autoren berichten von den andauernden Aktivitäten des Vulkans. Die Halbinsel Vulcanello, die heute Vulcanos nördlichen Inselzipfel bildet, tauchte erst im Jahre 183 v.Chr. infolge einer submarinen Eruption aus dem Meer auf. Erst 450 Jahre später bildete sich aus Schlacke und Asche eine Landbrücke, die Vulcanello mit dem Inselrest verband. Die Römer übertrugen den Namen ihres Feuergottes Vulcanus auf die Insel und waren auch die ersten, die mit dem Abbau von Schwefel begannen. Bewohnt war die Insel aber bis ins 19. Jahrhundert nicht. Später wurde wiederum Schwefel abgebaut, er wurde für die Herstellung von Munition und Sprengstoff benötigt. Der Abbau erfolgte durch Sträflinge, die unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten mussten.
Der grosse Ausbruch
Im Jahre 1860 kaufte ein Schotte namens Stevenson einen Grossteil der Insel und liess bei dem Faraglione della Fabbrica (beim Hafen) weiterhin Schwefel und Alaun abbauen. Dabei wurden die "Angestellten" wiederum sehr schlecht behandelt. Die Ausbrüche des Gran Cratere in den Jahren 1888 bis 1890 liessen keinen Stein auf dem anderen und setzten dem Unternehmen Stevensons ein jähes Ende. Die Insel ging in den Besitz von einheimischen Fischer und Bauern über.
Heutige Zeit
Einen neuen Aufschwung erhielt Vulcano in den vergangenen Jahren durch den Tourismus. Doch der Vulkan ist keineswegs erloschen. Die Vulkanologen registrieren eine Zunahme der Fumarolen - Aktivität, die Temperaturen im Untergrund steigen an. Man muss allerdings keine Angst haben, der Vulkan ist gut überwacht. Doch ein kleiner Kitzel bleibt. Im Schnitt bricht dieser Vulkan alle 100 Jahre aus. Das bedeutet, dass er eigentlich überfällig ist... Die Insel eignet sich für einen Tagesausflug (z.B von Lipari aus) oder auch für einen längeren Aufenthalt. Sehenswert ist auch die Ebene von Piano.
Vulcano erreicht man nur per Fähre; entweder von Sizilien (Milazzo) oder den Liparischen Inseln. Siehe dazu die Webseite der
SIREMAR.