Montag, 21. Dezember 2009
Quellon - Puerto Montt: Endlich auf dem Weg nach Chaitén
Quellon verabschiedet mich mit Sonnenschein. Und da es auch mit dem Velo ohne Probleme klappt, bin ich bald in einem vollen Bus unterwegs nach Puerto Montt. Ist schon noch speziell die ganze Strecke nochmals rückwärts zu fahren...
Kurz vor 15h erreichen wir Puerto Montt. Dann möglichst schnell Velo zusammen bauen und ab zur
Reederei
Wetter: Sonnig, knappe 20°C
Dienstag, 22. Dezember 2009
Puerto Montt - Chaitén
Etwas früher als es für Passagiere hiess, schleiche ich mich mit den Autofahrern an Bord. Dann heisst es auch hier wieder warten. Warten bis die Passagiere an Bord kommen, warten bis die Fähre abfährt und warten bis die Fähre um ca 9h in Chaitén ankommt. Und dies alles in sehr unbequemen Stühlen mit mehr als 100 anderen Leuten. An Schlaf war da nur minimal zu denken. Und anscheinend hätte es auch noch freie Betten in den Kabinen gehabt aber davon hat die Verkäuferin leider nichts gesagt.
Das Anlegen in Chaitén dauert dann ziemlich lange, da es heftig stürmt und das Hafenbecken durch das Geschiebe des Vulkanausbruches stark aufgefüllt wurde. Nach mehr als einer Stunde klappt es dann doch noch und ich fahre mit dem Velo in Chaitén herum, auf der Suche nach einer Unterkunft. Nach Fragen und weiterem Suchen lande ich schliesslich im Hospedaje "Don Carlos" wo mich de Eigentümer/Geschäftsführer/Receptionist/Koch/Putzequipe in Personalunion Carlos herzlich begrüsst. Er lädt mich gleich zum Frühstück ein und erzählt mir viel vom Leben hier nach der
Eruption des Vulkans; ohne Strom, fliessend Wasser, Telefon und all den anderen Grundleistungen. Der Staat hat entschieden, dass Chaitén keine Zukunft hat und stellt deshalb diese Infrastruktur nicht wieder her(Anmerkung:
In der Zwischenzeit hat sich die Chilenische Regierung anscheinend um entschieden). Es gibt aber auch die Menschen, für die Chaitén Heimat ist und die hier bleiben wollen.
Dazu gehört neben Carlos auch Nicolas, der umtriebige Geschäftsführer/Guide/Fahrer/etc. von
Chaitur. Eigentlich wollte ich eine Tour von ihm zu den nahe gelegenen Terme
Termas El Amarillo machen. Da die anderen Teilnehmer im Moment aber nicht aufzufinden sind, erzählt er mir (in Englisch) etwas über den Ort, den Vulkan und all die damit verbundenen Probleme. Obwohl ich vorher etwas im Ort herum ging und auch schon
Satellitenbilder von Chaitén gesehen hatte, hatte ich nicht wirklich realisiert, dass der Fluss komplett sein Bett gewechselt hatte. Früher führte er seine Wasser um den Ort herum. Heute verläuft er quer durch den Ort hindurch. Auf seinem Weg hat er unzählige Gebäude komplett zerstört und hunderte weitere massiv beschädigt. Die grössten Schäden entstanden hier also im Zusammenspiel von Vulkan (Geschiebe) und dem Fluss (Wasser). Und bleibt wohl auch eine der grössten Gefahren für den Ort, obwohl der Fluss in der Zwischenzeit etwas verbaut wurde.
Nachdem ich Nicolas etwas beim Holztransport für seinen Wasserturm (für den Wassertank) geholfen habe, tauchen doch noch die zwei anderen Reisenden (Christian und Antje aus Deutschland) auf und wir machen uns mit Nicholas auf den Weg zu den Termas El Amarillo. Und da die Schotterpiste doch ziemliche Steigungen drin hat, bin ich froh dies nicht mit Velo und Gepäck gemacht zu haben. Die Termas selbst sind einfach aber einen Besuch wert.
Am Abend dann gibt es bei Don Carlos eine Marisco Suppe (die mir sogar schmeckt) und ein typisches Chilenisches Gericht mit Tomaten, weissen Bohnen, Wurst, Pasta und das Ganze scharf gewürzt.
Und ja, am Abend haben wir sogar Strom von einem Aggregat. Als Carlos dieses aber wieder ausschaltet wird es stockdunkel.
Wetter: Stürmisch mit z.T. sehr heftigen Böen und etwas Regen
Thermas: 3'000 Pesos
Unterkunft: Hospedaje Don Carlos
Mittwoch, 23. Dezember 2009
Chaitén
Nach einigermassen ruhigen Nacht und Frühstück verabschieden sich Christian und Antje. Sie fahren mit dem Bus weiter.
Draussen regnet es in Strömen; schon fast monsunartig. Heute bleibe ich sicher noch hier und hoffe, dass sich Wetter noch etwas bessert und ein Besuch beim Vulkan möglich wäre. Morgen sollte das Wetter besser sein, dies aber nur für einen Tag. Deshalb habe ich vor morgen weiterzufahren. Vulkan hin oder her.
Weil es so heftig regnet, will Carlos den Fluss besuchen gehen und lädt mich ein mitzukommen. Der Fluss führt viel Wasser und auch viel Geschiebe mit sich. Auf dem Evakuierungsfaltblatt, welches überall aufliegt, steht denn auch, dass nach zwei Tagen Niederschläge eine Gefahr droht. Auf der Fahrt entlang dem Fluss bleibt das Auto im sandigen Untergrund stecken. Mit schieben schaffen wir es, es wieder loszukriegen. Kein grosses Problem bei uns aber hier kann es sehr schnell schwierig und gefährlich werden.
Wetter: Regen/Sturm