Punta Arenas - Rio Grande CL

Sonntag, 30. Januar 2010

Punta Arenas

Heute ging es mit Nina, einer Österreicherin die in der selben Unterkunft ist, zu einer schönen Wanderung oberhalb von Punta Arenas. Wir verliefen uns, wurden verregnet, machten Hitchhiking aber es war gut :-).

Am Abend trafen ihr BruderÖffnet externen Link in neuem Fenster Gregor mit Freundin Karin und die Schweizer Öffnet externen Link in neuem FensterJanine und Thomas mit dem Velo ein. Sie kamen ebenfalls aus dem Norden und wollen weiter nach Ushuaia.

Wetter: Wechselhaft, ca. 12°C

 

Montag, 1. Februar 2010

Punta Arenas

Heute Montag ging es zur Isla Magdalena, welche die Heimat mehrerer 10’000 Magellan Pinguine ist. Dafür hiess es um 6.50 Uhr bei der Agentur in Punta Arenas bereit zu stehen um danach mit gegen 30 anderen zum Schiff, einem überdachten Schlauchboot, gefahren zu werden. Bei etwas unruhiger See ging es dann in knapp 30 Minuten zur Isla Magdalena, wo wir eine gute Stunde auf einem abgegrenzten Pfad aber trotzdem ziemlich zwischen den Pinguinen herum spazieren durften. Abgesehen von einem kalten, starken Wind war das wirklich schön und um Faktoren interessanter als die Öffnet internen Link im aktuellen FensterPinguineria in Ancud.

Danach ging es weiter zu einer Nachbarinsel, wo wir zwar nicht aussteigen durften aber vom Boot aus Seelöwen sehen konnten. War zwar auch gut aber nie so interessant wie zwischen den Pinguinen zu sein :-) . Ich war in der Zwischenzeit schon ziemlich durchfroren und auch etwas seekrank und deshalb nicht unglücklich, dass es wieder zurück ging :-) .

Morgen Dienstag habe ich vor die Fähre nach Porvenir zu nehmen und damit Feuerland zu betreten. Das nächste Hauptziel und auch das Endziel ist Ushuaia. Meine Reise neigt sich also schon langsam aber sicher ihrem velofahrerischen Ende entgegen. Aber noch sind es ein paar Hundert Kilometer. Je nach Weg entweder gut 400 (Hauptroute) oder 600 Kilometer (über Nebenrouten). Ich tendiere momentan für die Nebenroute werde dies aber unterwegs entscheiden.

Wetter: Wechselhaft, windig, ca. 12°C

 

Dienstag, 2. Februar 2010

Punta Arenas - Porvenir - Laguna Maria

Am Morgen hiess es die letzten Vorräte einkaufen, packen und verabschieden. Danach ging es zur Fähre. Zuerst hiess es warten, bis der Ticketschalter öffnete. In der Zwischenzeit fiel noch ein Kinderwagen ins Hafenbecken; zum Glück war das Kind gerade nicht drin...

Um 15 Uhr bei schönstem Wetter nahm die Fähre dann Kurs auf Porvenir. Mit an Bord auch Öffnet externen Link in neuem FensterMargrit und Pius, die schon einige Zeit mit dem Velo unterweg waren und in den Ruhestand fahren. Unterwegs sahen wir Delphine, die unser Schiff begleiteten.

In Porvenir angekommen fuhr ich mit Margrit, Pius und Andreas (ihrem Begleiter auf diesem Teilstück) zur Laguna Maria (einem Wasservogelparadies) und campierten dort wild.

Wetter: Sonnig, fast windstill

Strasse: Schotterpiste

Statistik: T: 1h02, D: 18.4km, M: 47.3km/h, ¢17.6km/h, dH: 145m/130m

Unterkunft: Wildes campieren

 

Mittwoch, 3. Februar 2010

Laguna Maria - Kreuzung Onaisín

Die anderen drei waren wieder einmal schneller am Morgen und so fuhr ich eine Stunde nach ihnen bei bedecktem Himmel aber fast ohne Wind los. Es ging immer mal wieder rauf und runter, fast wie an der Carretera Austral. Die Region ist sehr trocken und es gab keine Gelegenheit um zu Wasser zu kommen auf dem Weg (ausser evtl. bei den Estancias).

Ich fühlte mich nicht so fit heute, fuhr aber trotzdem mehr als 80km weit bis zur Kreuzung in Onaisis. Die anderen fuhren anscheinend etwas weiter. Unsere Wege hätten sich an der Kreuzung eh getrennt, da sie gerade aus nach Argentinien fahren wollten, ich aber zuerst noch der nutzlosen Bucht (Bahia Inútil) entlangfahren wollte.

An der Kreuzung bauten ein paar Arbeiter ein neues Bushäuschen. Ich stellte mein Zelt in der Nähe auf.

Wetter: Bedeckt, wenig Wind, ca. 10°C

Strasse: Schotterpiste

Statistik: T: 5h13, D: 87.1km, M: 51.8km/h, ¢16.7km/h, dH: 594m/516m

Unterkunft: Wildes campieren

 

Donnerstag, 4. Februar 2010

Kreuzung Onaisín - Nähe California (Camerón)

Nach einer sehr kalten Nacht (2°C) im Zelt), wurde ich um 6 Uhr von der Musik der Bauarbeiter geweckt. Sie hatten bis fast 23 Uhr gearbeitet und arbeiteten schon wieder! Ich drehte mich nochmals um und schlief noch ein wenig, da ich eh nicht früh abfahren wollte, damit mich Karin/Gregor und Janine/Thomas hoffentlich einholen würden. Ich hatte langsam aber sicher genug vom alleine fahren...

Um 9 Uhr stand ich dann doch auf und kochte das erste Mal Porridge mit Milch - und Schokopulver. Kochte es etwas zu kurz, war aber nicht schlecht. Nach 11 Uhr fuhr ich ab; gegen den Wind.

Ich kam nur langsam vorwärts und halte nach knapp 4km bei der Estancia in Onaisín an und fragte, ob ich meinen Wassersack auffüllen dürfte. Ein alter, fast zahnloser Mann öffnete die Tür und liess mich hinein. Nur Wasser holen ging hier natürlich nicht und er bot mir gleich ein Mittagessen an. Ich hatte aber eben erst gegessen und lehnte deshalb dankend ab. Ohne einen Kaffee und ein Brötchen liess er mich aber nicht gehen. Ich sagte zu ihm, dass es heute etwas windig sei! Daraufhin meinte er nur, dass dies nur ein wenig Wind sei...

Ich fuhr weiter gegen dies nur "wenig Wind" an. Man konnte immer noch fahren, aber es war mühsam. Später kam noch dazu, dass sie die Strasse wieder einmal neu gemacht hatten und ich deshalb mehrere Male schieben musste. Nach etwas mehr als 40km hatte ich genug und stellte mein Zelt nahe der Strasse (damit ich die anderen nicht verpassen würde) über dem Meer auf.

Wetter: Leicht bewölkt, windig, 14°C

Strasse: Schotterpiste

Statistik: T: 4h09, D: 41.6km, M: 37.7km/h, ¢10.1km/h, dH: 271m/290m

Unterkunft: Wildes campieren

 

Freitag, 5. Februar 2010

California - Rio Grande CL

Nach einer weiteren kalten Nacht (2°C im Zelt) kochte ich zum 2ten Mal Porridge. Diesmal war er etwas besser, da etwas länger gekocht und weniger Milchpulver. Ich beeilte mich wiederum nicht wirklich, da ich hoffte, dass die anderen bald einmal auftauchen würden.

Bei etwas Sonne fuhr ich dann aber trotzdem ab, aber nur bis zur gut 10km entfernten Kreuzung bei Camerón. Dort machte ich eine Pause und da ich, überraschenderweise, Mobilfunkempfang hatte, schrieb ich einen kurzen Öffnet externen Link in neuem FensterBlog Beitrag. Danach und nach dem Mittagessen ging es langsam weiter, immer noch in der Hoffnung, dass die anderen bald auftauchen würden. Als ich aber ein vorbei fahrendes Auto anhielt und den Fahrer fragte, ob er noch Velofahrer hinter mir gesehen hätte, verneinte er dies.

Dies änderte die Situation schlagartig und ich beschloss möglichst rasch nach Rio Grande AR zu kommen und nicht darauf zu setzen, dass die anderen noch kommen. Ich fuhr erheblich schneller weiter, bis ich auf eine Guanaco-Familie traf, die in gewohnter Weise über die Zäune am Strassenrand flüchteten. Das Jüngste getraute sich aber nicht zu springen und rannte vor mir her. Da ich es aber nicht die nächsten 10km vor mir her treiben wollte, stieg ich auf einer Seite über den Zaun und machte einen grossen Bogen um das Tier um es schlussendlich wieder zurück zu treiben und es hinter meinem Velo zu haben. Dass es durchaus Sinn macht nicht über die Zäune zu springen, zeigte sich ein wenige Kilometer später, wo ein (Guanaco-) Skelett über dem Stacheldrahtzaun hing...

Einige Zeit später erreichte ich schliesslich den Weiler Rio Grande CL und hatte Glück. Die dazugehörige Fishing-Lodge wurde gerade für eine Wiedereröffnung hergerichtet und ich durfte in einem der zur Farm gehörenden Häuser übernachten; heisse Dusche inklusive! Ich wurde zudem mit Suppe (mit Fleisch) verköstigt. Nach dem zweiten Teller habe ich aber immer noch Hunger, frage aber nicht nach einem dritten, da mir dies etwas frech scheint. Deshalb koche ich in meinem Häuschen doch noch etwas. Es ist unglaublich wie viel ich hier essen (muss)…

Wetter: Sonnig, später bewölkt, 14°C, zuerst windstill, dann Rückenwind

Strasse: Schotte, wellig

Statistik: T: 4h46, D: 72.1km, M: 55km/h, ¢15.2km/h, dH: 623m/514m

Unterkunft: In Weiler Rio Grande