Donnerstag, 24. Dezember 2009
Chaitén - Villa Santa Lucia
Da es gestern mit dem Vulkan nicht mehr klappte, habe ich mit Nicolas für 6.30 - 7h abgemacht. Und er steht tatsächlich um 6.40 auf der Matte. Zusammen fahren wir durch den
Parque Pumalin Richtung Caleta Gonzalo um dann noch ein Stück zu Fuss zu gehen, nachdem die Strasse nicht mehr passierbar war. Richtig nahe an den Vulkan kommen wir nicht. Zudem ist der Dom die meiste Zeit in Wolken gehüllt. Eindrücklich ist es trotzdem. Der Dom ist in der Zwischenzeit riesig.
Danach geht es zurück nach Chaitén und dann mit dem Velo Richtung Süden. Der erste Teil ist einfach und ich treffe auch noch zwei weitere Velofahrer aus der Schweiz an. Die Steigung vor Villa Santa Lucia hat es dann aber in sich und brauche sehr lange dafür. Um ca. 19.30 erreiche ich schliesslich Villa Santa Lucia und suche nach einer Unterkunft. Nach langem werde ich in einem Schuppen fündig, der aber sehr heruntergekommen ist. Neben mir befinden sich noch zwei Chilenen in dieser "Unterkunft" die ihr Elend ersäufen. Ein spezieller Ort um Weihnachten zu verbringen
Wetter: Sonnig, später bewölkt, anfangs 19°C, später 12°C
Strasse: Anfangs asphaltiert, später Schotterpiste mit starker Steigung
Statistik: T: 5h25, D: 78.5km, M: 46km/h, ¢14.5km/h, dH: 914m/660m
Unterkunft: Einzelzimmer, 7'000 Pesos
+ heisses Wasser
+ trocken
- kein Frühstück
- heruntergekommen
Freitag, 25. Dezember 2009
Villa Santa Lucia
Eigentlich wollte ich heute ja weiter. Leider regnete es aber nur einmal und ohne Unterbruch. Und ich war vom Vortag noch zu müde um wiederum 70+km und dies im Regen zu fahren. Dann halt noch einen Tag in diesem Schuppen, auch wenn es sehr kalt war da ungeheizt.
Wetter: Regen, ca. 10°C
Samstag, 26. Dezember 2009
Villa Santa Lucia - Junta
Heute ging es endlich weiter, obwohl es regnete. Zum Abschied schlug mich der Unterkunftsbesitzer noch(mals) übers Ohr, indem er mir den 1'000er nicht herausgab auf meine 15'000. Mein Spanisch war aber nicht gut genug zum Streiten und ich mochte auch nicht wirklich. Ich wollte nur noch weg.
So machte ich mich durch den Regen auf den Weg. Der Regen liess teilweise kurz nach, begleitete mich aber auf dem ganzen Weg bis nach Junta. Die Mittagspause verbrachte ich in einem kleinen Bushäuschen.
Unterwegs hatte ich auf einmal massiv Probleme die kleinsten Gänge sauber zu schalten. Als ich anhielt und das Velo überprüfte, stellte ich fest, dass sich der kleinste Zahnkranz gelockert hatte. Und zu meinem grossen Schrecken fehlten 2 der 4 Befestigungsschrauben. Die hatte es anscheinend tatsaechlich ueber die letzten 600+km lose geschuettelt. Zum Glueck hatte es noch zwei. Damit konnte ich den Kranz gerade noch befestigen. Die Schrauben lockerten sich aber dauernd wieder und wenn ich noch eine davon verlieren würde, dann wäre es wohl vorbei. Weil ohne den kleinsten Kranz zu fahren war bei den Steigungen hier praktisch ein Ding der Unmoeglichkeit… Ich musste also moeglichst bald irgendwo solche Schrauben auftreiben... Hoffentlich spätestens in Coyhaique.
Eigentlich sollte dies eine sehr schöne Gegend sein. Aber wegen dem Regen und den tief hängenden Wolken sah ich ziemlich nichts davon. Und leider verhiess der Wetterbericht für die nächsten Tage nur eines: Weiterer Regen. Ich war dementsprechend froh als ich in Junta ankam und rasch eine Unterkunft mit warmer Dusche fand. Ebenfalls dort waren zwei junge Israeli. Ein wirkliches Gespräch entstand aber leider nicht.
Wetter: Regen, 8°C
Strasse: Schotterpiste
Statistik: T: 5h10, D: 72.6km, M: 58.3km/h, ¢14km/h, dH: 210m
Unterkunft: Hospedaje Marisel, Junta, Einzelzimmer, 8'000 Pesos
+ heisse Dusche
+ Internet (kein Wifi)
+ Kochgelegenheit (etwas schmutzig)
- Ungeheizte Zimmer
- kein sicherer Platz für Velos (hinter Haus, zugänglich)
Sonntag, 27. Dezember 2009
Junta
Wieder wollte ich weiter, aber da es immer noch in Strömen regnete und mein Zeugs noch nass war, blieb ich. Und dies war ein guter Entscheid, da im Verlaufe des Tages noch drei durchnässte Velofahrer eintragen:
Sonia und Carlos aus Spanien und Diego aus Italien. Später trafen noch Silke und Christoph mit dem Motorrad ein. Beide waren ursprünglich aus Deutschland, arbeiteten aber im Kantonsspital in Luzern (wo ich herkomme). Die Welt ist halt schon klein. Ebenfalls noch in der Unterkunft war eine junge Backpackerin aus Kroatien.
Wetter: Regen, 10°C
Montag, 28. Dezember 2009
Junta - Ventisquero Colgante (Puyuhuapi)
Kurz nach 10 Uhr ging es los. Die anderen drei sind schon unterwegs aber so kann jeder sein Tempo fahren. Das Wetter zeigte sich von der besseren Seite heute und ich komme gut voran.
In Puyuhuapi hole ich die drei dann wieder ein. Nach grossem wer weisen entschieden wir uns noch in den Nationalpark Quelat bzw. dem Teilpark um den Ventisquero Colgante (Colgante Gletscher) weiter zu fahren. Da ich noch zwei Bilder mit Hilfe des Wifi Internets im Gemeindezentrum online stellen wollte, fuhren die anderen schon mal los. Kurz vor dem Parkeingang holte ich Diego wieder ein und verlor ihn auf dem Weg zum zugewiesenen Zeltplatz wieder. Dafür fand ich Sonia und Carlos...
Nachdem wir unsere Zelte unter den schützenden Dächern aufgebaut hatten (es regnete wieder), kochten wir etwas und assen es zusammen an einem Feuer in der zentralen Hütte. Carlos fand in der Zwischenzeit auch Diego wieder. Nachdem er uns verloren hatte, baute er sein Zelt sonst wo auf.
Den nahe gelegenen Hängegletscher sah man wegen den Wolken nicht. Man hörte aber das Rumpeln und Krachen wenn das herunterfallende Eis auf den Felsen aufschlug. Eindrücklich.
Wetter: Sonnig, teilweise Wolken, später Regen, ca. 16°C
Strasse: Schotterpiste
Statistik: T: 5h11, D: 68.6km, M: 53.9km/h, ¢13.2km/h, dH: keine Angaben
Unterkunft: Camping in Park "Ventisquero Colgante", 3'000 Pesos/Person + 5'000 Zelt/Platz
+ fliessendes Wasser
- nur kaltes Wasser
- kein Strom
- kein Internet