Villarrica - Puerto Montt - Ancud (Chiloe)

Donnerstag, 10. Dezember 2009

Villarrica - Puerto Montt - Panitao

Erstmal noch einen Nachtrag zur Tour gestern: Ich habe mir aufs massivste die Nasenspitze an der Sonne verbrannt. So schlimm wie glaube ich noch nie! Also immer schön eincrèmen (was ich gemacht habe) und nachcrèmen, wenn man sich dauernd die laufende Nase putzen muss...

Gestern hatte ich mir auch noch das Ticket für den Bus nach Puerto Montt gekauft. Er fuhr heute um 8.40 Uhr ab und erreichte Puerto Montt via Valdivia und Puerto Varas um ca 14 Uhr. Es war also noch genügend Zeit um mit dem Velo zum gut 20km Richtung Chiloe gelegenen Camping Anderson zu radeln; vorbei an den ersten Lachsfabriken mit ihrem durchdringenden Duft...

Am Camping angekommen war aber dasZugangstor abgeschlossen und auf dem Camping selbst war niemand zu sehen. Ein freundlicher Anwohner zeigte mir dann einen Schleichweg auf den Camping und meinte, dass bald jemand kommen sollte. Als aber nach einer Stunde immer noch niemand aufgetaucht war, rief ich die im LonelyPlanet publizierte Telefonnummer an. Ein englisch sprechender Mann antwortete und meinte, dass da jemand sein sollte, er sich darum kümmern werde und ich erstmals einfach mein Zelt aufstellen sollte. Dies tat ich dann auch! Und weil ich dieses Zelt das erste Mal aufstellte, brauchte ich ziemlich lange... Als ich  dann auf mein Mobiltelefon schaute, hatte ich danach zwei unbeantwortete Anrufe, wahrscheinlich wegen dem Zeltplatz. Da ich aber in der Zwischenzeit alles hatte, was ich brauchte, machte ich mich daran zu kochen.

Zeltplatz in Panitao

Ich war bereits am Essen, als Chris, der für den Zeltplatz zuständige, auftauchte. Er war für ein Telefongespräch in Puerto Montt. Er arbeitete ein wenig für den ebenfalls amerikanischen Besitzer Steve  (den ich am Telefon hatte) bevor er wahrscheinlich Mitte Januar weiterreisen würde. Er war ein wenig auf der Suche, was er im Leben so machen soll. Kam mir irgendwie bekannt vor ;-). Nach einem längeren Gespräch schlug ich mich schon um etwa 22 Uhr in die Federn. Morgen wird es eine lange

Wetter: Sonnig und warm bei ca. 22°C

Strasse: Asphalt

Bus: JAC, 6'600 Pesos

T: 1h38, D: 19.7km, M: 41.1km/h, ¢: 12.1km/h, dh: 312m

Unterkunft: "Camping Anderson" mit WC&Dusche 2'000 Pesos
+ Dusche/WC
+ Trinkwasser
+ Schön gelegen
- kein Internet
- keine Küche

Chris sprach davon, dass dieser Camping evtl. geschlossen wird. Unbedingt vorher abklären oder flexibel sein.

 

Freitag, 11. Dezember 2009

Panitao - Ancud (Chiloe)

Als ich um etwa 7.30 Uhr aufstand, war alles ein wenig feucht und draussen war es Wolken verhangen. Mit Zelt trocknen wurde es so nichts und ich packte es halt nass ein. Um 9.30 Uhr verabschiedete ich mich von Chris und machte mich auf den Weg. Er meinte noch, dass ich für den kürzesten Weg zur Panamericana zuerst nach Rechts und etwas zurück müsste.

An der Strasse angekommen konsultierte ich aber nochmals die Karte und meinte, dass es nach Links ebenfalls eine Strasse hätte und der Weg somit kürzer wäre, da ich grundsätzlich nach Links musste. Was für ein Irrtum! Diese Strasse kam nie und zudem wechselte die Asphaltstrasse in eine Schotterpiste; eine sehr staubige zudem. Dann fuhr ich halt der Küste entlang.

Nach einiger Zeit begann aber meine Fahrradkette zu rutschen und ich konnte die kleineren (leichteren) Gänge nicht mehr nutzen. An einem starken Aufstieg (nach einer rasanten Abfahrt) wurde es aber zuviel und ich hielt an. Zum Glück! Die Hinterachse meines Fahrrades hatte sich komplett gelöst und das Rad wurde nur noch durch das Gewichtes des Velos festgeklemmt. Nicht auszudenken welche Folgen das hätte haben können...

Nachdem ich das repariert hatte, ging es erheblich angenehmer weiter. Kurz darauf begegnete mir mit dem Auto noch ein Chilene, dessen Tochter in Lugano lebt, und wir hatten ein kurzes Gespräch und er lud mich zu einem Kaffee ein. Diese Einladung musste ich leider ausschlagen, da ich an diesem Tag unbedingt noch nach Chiloe wollte und die Zeit dafür knapp wurde. Ein Schweizer, meinte er nur ;-).

Kurz nach dem Gespräch erreichte ich in Yale wieder Asphalt und fuhr weiter bis zur Ruta 5, der Panamericana. An der Kreuzung genehmigte ich mir zwei Completos Italianos (Hot Dogs mit Avocado und Mayo) und fuhr weiter Richtung Pargua. Kurz vor dem Hafenort stoppten mich zwei Schweizer, die mit dem Auto unterwegs waren. Sie waren ebenfalls auf dem Weg nach Chiloe und wollten auch auf die Fähre. Eine gute halbe Stunde später erreichte ich die Fähre, die kurz darauf ablegte. Die zwei Schweizer waren ebenfalls an Bord.

Nach der kurzen Überfahrt ging es für mich noch gute 30km Richtung Ancud. Ich war schon ziemlich müde, kämpfte mich aber durch. Auch als mir Autos und Lastwagen auf meiner Spur entgegen kamen...

Um ca. 19.30 Uhr erreichte ich Ancud, suchte meine Unterkunft, kochte eine Riesenportion Reis, ass die Reste eines netten Deutschen und legte mich schlafen. Was für ein Tag!

Wetter: Sonnig nach Wolken bei ca. 20°C

Strasse: Asphalt, z.T. Schotterpiste

Fähre Pargua-Chiloe: 1'600 Pesos

T: 6h53, D: 109.1km, M: 49.8km/h, ¢: 15.9km/h, dh: 673m (zu tiefer Wert wegen defekt)

Unterkunft: Öffnet externen Link in neuem FensterHostal Mundo Nuevo, Ancud, EZ 18'000 Pesos
+ Velo eingeschlossen
+ Schön gelegen
+ Wifi
+ Küche

 

Samstag, 12. Dezember 2009

Ancud

Heute war, schon wieder, ein Ruhetag. Dies hiess spätes Frühstück, dann Besuch im örtlichen Internetcenter, einkaufen, Essen von zwei Empenadas und dann zurück ins Hostal.

In der Zwischenzeit hatte es zu regnen begonnen, welcher sich im Verlaufe des Nachmittages/Abends zu einem veritablen Sturm weiter entwickelte. Deshalb fiel der Besuch der Pinguineria sprichwörtlich ins Wasser. Aufgeschoben war aber nicht aufgehoben! Dafür gab es während dem Nachtessen wieder viele interessante Gespräche mit anderen Reisenden, z.B mit Natasha die am Morgen bei den Pinguinen war und Öffnet externen Link in neuem Fensterihr Familienleben studiert hatte

Wetter: zuerst bedeckt, dann Regen und Sturm bei ca. 14°C

 

Sonntag, 13. Dezember 2009

Ancud - Pinguineria - Ancud

Heute ging es endlich zu den Pinguinen. Zwar erst am Nachmittag, da es am Morgen noch zu stark regnete und windete. Da es aber immer noch regnete, als ich gehen wollte, machte ich mich halt in Regenkleidern auf den Weg. Und ich bekam eine erste Prise Patagonisches Wetter: Gegenwind und abwechslend Sprühregen und Sonne. Die ersten knapp 15km gingen trotzdem einigermassen flott voran, da Asphalt.

Doch dann wechselte es auf eine aufgeweichte Schotterpiste mit schlammigen Teilstücken. Definitiv kein Vergnügen und auch anstrengender als gedacht. Nach gut 2h hatte ich die knappen 26km hinter mir, was einen Schnitt von knapp 13km/h ergab. Und dies praktisch ohne Gepäck...

Am Strand der Pinguineria angekommen, waren keine weiteren Tourinteressierte in Sicht bzw. schon in Boote unterwegs. Der Zuständige konnte mir nicht sagen, wann und ob überhaupt es noch noch eine Tour geben würde. Ich war aber erst mal hungrig und machte mich, zuversichtlich dass, mein Effort schon noch belohnt würde, auf den Weg ins nahe Restaurant. Und tatsächlich: Kaum hatte ich meine zweite Empanada bestellt, winkte mir der Fischer aufgeregt. Seine Kumpels wollten glaube ich schon Feierabend machen, aber er hatte sie überzeugt noch eine Tour durchzuführen: Mit mir und meiner Empanada.

Raus ging es in den doch ziemlich wilden Pazifik zu den Inseln der Pinguine. Die Puinguinrasse (Magelanische, glaube ich) war zwar nicht wirklich gross, doch trotzdem interessant, wie eben Natasha Young, sie traf ich im Hostel in Ancud, in ihrem Blog Öffnet externen Link in neuem Fensterschrieb. Neben den Pinguine sahen wir auch noch einen Otter, ein Seelöwenbaby, einige Kormorane, andere Vögel und King Kong (eine Steinformation).

Nach dieser interessanten Bootsfahrt ging es wieder mit dem Velo zurück, diesmal mit teilweisem Rückenwind. Das Wetter im Allgemeinen wurde besser und ich sah auch noch einen schönen Regenbogen.

Regenbogen auf dem Weg zurück nach Ancud.

Wetter: Zuerst stürmisch, dann besser, ca. 17°C

Strasse: Anfangs Asphalt, dann Schotter-/Schlammpiste

T: 3h27, D: 52.7km, M: 51.6km/h, ¢: 15.3km/h, dh: 440m