Santiago - Temuco - Villarrica

Donnerstag, 3. Dezember 2009

Santiago – Temuco: Und noch einmal

Heute 2. Versuch; diesmal mit dem Bus. Ich bin extra schon um 7.25 am Busbahnhof, obwohl der Bus erst um 7.45 abfährt. Zuerst ist vom Bus nichts zu sehen, aber er kommt doch noch. Ich darf, wie erwartet, mein Fahrrad auseinander nehmen. Ansonsten gibt es keine Überraschung. Nach 9h Fahrt erreichen wir Temuco und nach ein paar Orientierungsschwierigkeiten finde ich auch das angepeilte B&B. Ich bekomme gerade noch das letzte freie Zimmer. Zum Glück hatte ich gestern kurzentschlossen dem Besitzer noch ein Mail geschickt…

Wetter: Sonnig, ca. 22°C

Bus: 17‘000 Pesos + 2‘000 Pesos (Velo)

Unterkunft: B&B „Öffnet externen Link in neuem FensterTribu Piren“, 8‘000 EZ
+ sehr freundlich
+ Velo kann reingenommen werden
- etwas eng

 

Freitag, 4. Dezember 2009

Temuco – Adela y Helmut (bei Cunco): Schon das erste Mal am Limit

Was für ein Tag! Gestartet bin ich um etwa 10h und habe erstmal den Weg aus Temuco heraus Richtung Melipeuco gesucht. Mit Fragen hat sich das Problem dann aber gelöst. Danach ging die Fahrt richtig los. Und ich muss sagen, ich habe die Strecke unterschätzt. Ich dachte, dass die gut 90km bis Melipeuco in einem Tag machbar sein sollten. Dem war aber nicht so, da die Strasse ständig hoch und runter ging. Jeder Hügel wird gerade angefahren und das ist extrem Kräfte zehrend. Zudem riss nach gut 20km das vordere Schaltkabel. Und zwar so unglücklich, dass ich gut 2h brauchte um das Endteil aus dem Schalthebel rauszukriegen. Danach ging es weiter ständig hoch und runter.

Nach einiger Zeit stoppten mich zwei Chilenen und drückten mir ein Bier in die Hand, welches ich natürlich, auf einen leeren Magen, trinken durfte/musste. Sie fragten mich unzählige Dinge, u.a. wohin ich denn wolle. Da ich Melipeuco in der Zwischenzeit aufgegeben hatte, sagte ich, dass ich zu „Adela y Helmut“ wolle (fand diese im LonelyPlanet). Der eine der beiden meinte dann, dass dies nur zwei Kilometer von hier nach links von der Strasse weg und dann den Hügel hinauf sei. Ich dachte nichts böses und machte mich auf den Weg.

An der Kreuzung stand dann, dass es noch 4.5km zu Helmut seien. Mögliche Bedenken wischte ich bei Seite. Zuerst fahrend, dann bald einmal stossend kämpfte ich mich den Hügel hinauf. Dann wurde es so steil (oder ich so schwach), dass ich mein Velo teilweise entladen musste um es stossen zu können. Abwechslungsweise transportierte ich das Velo und dann wieder einzelne Gepäckstücke. Langsam aber sicher kam ich an mein Limit und fragte mich, ob die ganze Sache wirklich Sinn machte. Zum Glück erreichte ich nach gut 1 3/4h den höchsten Punkt. Und dann ging es wieder hinunter; und zwar so steil, dass ich mich fragte, wie ich hier wieder hochkommen soll. Schlussendlich erreichte ich doch die Unterkunft und wurde freundlich empfangen. Helmut, ein gebürtiger Deutsche, ist schon seit 14 Jahren in Chile. Er meinte auch, dass er noch nicht viele Velofahrer als Gäste hatte… Nach einem sehr guten Essen (von Adela gekocht) legte ich mich kurz hin. Aus dem kurz wurden 2h bzw. nach einem kurzen Unterbruch die ganze Nacht…

Wetter: wechselhaft, 20°C

Strasse: Zuerst asphaltiert, zu Adela y Helmut Schotterpiste und steil

T: 3h40, D: 45.3km/h, M: 55km/h, ¢: 12.3km/h, dh: 556m

Unterkunft: Öffnet externen Link in neuem FensterAdela y Helmut": 8‘000 Pesos/Massenlager
+ Sehr freundlich
+ Super Essen
- Steile Anfahrt
- Kein Internet (Stand 2009)

 

Samstag, 5. Dezember 2009

Adela y Helmut

Bin heute nicht weitergefahren. Fühlte mich nicht fit genug. Stelle nach der Erfahrung von gestern auch etwas meine Unternehmung in Frage. Velo scheint zu schwer, kann aber nicht wirklich auf etwas verzichten… Nachteil eines alleine reisenden… Im Verlaufe des Tages höre ich, dass der Vulkan Öffnet externen Link in neuem FensterLlaima ausgebrochen sei. Da er aber wolkenverhangen ist, sieht man nichts.

Morgen geht es weiter. Wohin? Weiss ich noch nicht.

Wetter: bewölkt, ca. 22°C

 

Sonntag, 6. Dezember 2009

Adela y Helmut – Villarrica

Heute geht es endlich weiter. Helmut transportierte mir dankbarer weise mein Material auf den höchsten Punkt des Hügels. Ansonsten wäre ich schon da erschöpft gewesen… Zum Abschied äusserte er seine Bedenken, dass ich mit meinem Velo und dem Anhänger nicht bis nach Patagonien kommen würde. Er würde bei der nächsten Poststelle anhalten, den Anhänger nach Hause schicken und nur mit den Taschen weitergehen. Dies ist für mich aber definitiv keine Option, auch wenn ich auch meine Bedenken haben…

Danach ging es relativ langsam den Hügel hinunter, da der Schotter rutschig ist und das Velo immer mal wieder ausbrechen wollte… War ich froh, als ich unten wieder die geteerte Strasse erreichte. Weiter ging es Richtung Cunco. Kurz vor Erreichen der Abzweigung Richtung Villarrica zeigte sicher der Vulkan Öffnet externen Link in neuem FensterLlaima und ich schoss ein paar Bilder. Eigentlich wollte ich zum Vulkan und dem dazugehörigen Park. Da ich aber weiss, dass es dort ziemlich aufwärts geht und ich zudem den ganzen Weg wieder zurück fahren müsste, liess ich es bleiben. Dann halt beim nächsten Mal…

Weiter ging es, nun auf einer löchrigen Schotterpiste, Richtung Los Laureles, wo die Strasse Richtung Villarrica abzweigte. Nun begannen auch die Steigungen wieder. Und zu allem Überfluss wurde es immer wärmer und ich immer langsamer. Vor einer grossen Steigung am Rio Longlong machte ich eine verspätete aber dafür um so längere Mittagspause. Die Sonne brannte unbarmherzig vom Himmel. Da mir langsam auch das Wasser ausging, beschloss ich das Entkeimungsmittel Micropur Forte am Flusswasser auszutesten. Danach ging es weiter und zwar aufwärts. Bei einer kurzen Rast in der Strasse attackierten mich zwei (Wild-)Bienen. Die eine stach mich in den Arm. Die zweite verfolgte mich weiter, auch als ich bereits wieder weiterfuhr. Sie zwang mich mein Velo hinzuwerfen und gab erst auf, als ich sie tot schlug. So geht das. Keine Ahnung was in die gefahren war.

Mit einem leicht schmerzenden Arm ging es weiter aufwärts. Es war nun bereits etwa 18h und ich konnte langsam nicht mehr. Plötzlich ging es überraschenderweise abwärts. War ich bereits über die höchste Stelle oder hatte ich mich verfahren?

Erst als ich den Vulkan Öffnet externen Link in neuem FensterVillarrica sah, glaubte ich wieder auf dem richtigen Weg zu sein. Villarrica, ich komme! Es dauerte dann doch noch mehr als eine Stunde bis ich auf einer frisch gebauten Strasse den Ort erreichte. Und die Sicht auf den Vulkan war wirklich schön.

 Villarrica

Kaum in der Unterkunft "Öffnet externen Link in neuem FensterLa Torre Suiza" angekommen, kam mir bereits der erste Radreisende entgegen; ein Franzose. Und als nächstes zu meiner Überraschung Daniela und Rouven, die ich bereits in Santiago traf. Die Welt ist wirklich klein! Sie gehen morgen schon auf den Villarrica. Dazu bin ich im Moment zu müde und verschiebe dies auf übermorgen...

Wetter: Sonnig und heiss bei ca. 29°C, am Abend Gewitter

Strasse: Wenig Asphalt, meist Schotterpiste

T: 4h48, D: 64.8km/h, M: 49.7km/h, ¢: 13.4km/h, dh: 755m/885m

Unterkunft: "Öffnet externen Link in neuem FensterLa Torre Suiza", EZ 12'000 Pesos
+Velo in Garten eingeschlossen
+Küche
+WLAN
+Viele Velofahrer

Fahrradshop: Gleich um die Ecke bei "La Torre Suiza"