To be translated. Sorry for the inconvenience.
Samstag, 10. Oktober 1998 (Milazzo - Cefalu)
Bereits vor 8.00 Uhr aufgestanden. Da es in der Nacht geregnet hat, ist alles noch nass -> zuerst trocknen lassen. Abfahrt erst nach 10.00 Uhr. Das Wetter jetzt: stark bewölkt. In Milazzo und den Vororten starker Verkehr z.T. Chaos. Wir haben uns entschieden in umgekehrter Richtung zu fahren, als ursprünglich geplant - will heissen zuerst nach Westen. Dadurch bleibt uns ein 1'200 m hoher Pass erspart und wir können uns zuerst etwas "einfahren". Die grösste Steigung des Tages - 200 m - bringt mich auf jeden Fall ziemlich ausser Puste. Da es uns nicht nicht gelingt unterwegs die angestrebten Camping telefonisch zu erreichen - wahrscheinlich geschlossen - beschliessen wir den restlichen Weg zum nächsten offenen Camping mit dem Zug zu absolvieren. Der letzte Zug des Tages fährt in den Bahnhof von Brolo ein, als wir diesen erreichen. Während wir so rasch als möglich die Velos verladen, stellt uns der Bahnhofvorstand die Fahrkarten aus. Hut ab vor dieser Flexibilität - hätte ich wirklich nicht erwartet, positive Überraschung. Nach ca. 1 ½ Stunden Zugfahrt erreichen wir Cefalu. Der dortige Campingplatz, besser die Campingplätze sind tatsächlich offen. Tagesleistung: ca. 80 km / ein paar 100 Höhenmeter.
Sonntag, 11. Oktober 1998 (Cefalu)
Die ganze Nacht Regen. Da es bis am Mittag weiterregnet, beschliessen wir in Cefalu zu bleiben. Als das Wetter am Nachmittag kurz bessert, fahren wir mit dem Fahrrad nach Cefalu, um kurz beim Bahnhof und beim Dom vorbeizusehen. Der Dom ist wirklich sehenswert. Auch etwas einkaufen müssen wir. Kaum sind wir zurück, beginnt es schon wieder zu regnen. Tagesleistung: ca. 10 km ;-)
Montag, 12. Oktober 1998 (Cefalu - Termini Imerese - Catania)
Nachdem es auch die ganze Nacht geregnet hat, packen wir am Morgen, in einer Regenpause, alles zusammen. Um 8. 40 Uhr fahren wir dem Rad wieder ab. Kaum haben wir den Zeltplatz verlassen beginnt es , so eine Überraschung, wieder zu regnen. Obwohl wir noch nichts gegessen haben, fahren wir bis Termini Imerese durch (es regnet noch immer) und kommen dort um ca. 10.00 Uhr ziemlich durchnässt an. Oh wunder, nun scheint sogar die Sonne. Um 12.30 Uhr nehmen wir den Zug nach Catania - vielleicht ist dort das Wetter ja etwas freundlicher. Kurz vor dem Einsteigen erfahren wir, dass der Zug unterwegs geteilt wird. Der eine Teil fährt in das südlichere Sizilien, der andere nach Catania. Die Frage ist nur, welcher Teil fährt wohin? Wir entschliessen uns dafür, dass wir den hinteren Teil nehmen müssen - es bleibt uns auch gar nichts anderes übrig, da in diesem Moment der Zug einfährt. Nun ist es tatsächlich wieder einmal soweit, unser alter Bekannter Murphy begegnet uns - wir haben falsch gepokert. Natürlich fährt der vordere Teil des Zuges nach Catania. Was das bedeutet ist uns auch sofort klar: Stress. Es ist gar nicht so einfach zwei in TranZbag verpackte Fahrräder und das übliche Gepäck innerhalb kürzester Zeit an das andere Ende des Zuges zu bringen. Aber dank der Mithilfe des sehr verständnisvollen Zugpersonals klappt es tatsächlich. Vielen Dank! Bis zum Zeitpunkt da der Zug getrennt wir, wissen wir aber noch nicht sicher, ob wir im richtigen Teil sind. Aber wir sind es tatsächlich. Nachdem wir Termini Imerese mit Sonne verlassen haben, begrüsst uns Catania um ca. 16.00 Uhr mit - richtig - Regen. Zum Glück handelt es sich nur um ein kurzes Gewitter, so dass wir uns bald auch die Suche nach dem Camping Jonio machen können. Diesen finden wir dann auch. Am Besten fährt man vom Bahnhof aus dem Meer entlang Richtung Messina. Nach einer starken Rampe muss man nach rechts abbiegen (ich glaube es hat sogar einen Wegweiser unterwegs). Der Camping ist in der Via Villini a Mare 2. Kaum sind wir dort angekommen, beginnt es schon wieder zu regnen; das nächste Gewitter. Dafür entschädigt uns dann ein wunderschöner Regenbogen. Tagesleistung: ca. 35 km mit dem Fahrrad und viele km mehr mit dem Zug.
Dienstag, 13. Oktober 1998 (Catania-Siracusa-Catania)
Wir machen uns um ca. 9.00 Uhr auf (ohne Gepäck) in Richtung Siracusa. Laut Schilder sollten dies 60 km sein. Als erstes müssen wir durch das Morgen-Verkehrsgewühl von Catania, was einiges an Konzentration abverlangt. Auf jeden Fall bekommt hier jeder Radfahrer sicher seinen Adrenalinkick. Also merkt Euch: der richtige Kick gibt es nicht (nur) beim Bungeespringen sondern beim Radfahren im morgendlichen Verkehrsgewühl von Catania. Kurz nach Catania verweist uns ein Schild auf eine Strasse, die 20 m weiter dann als Autobahn deklariert wird, inkl. einem Verbotsschild für Velofahrer. Da dies aber die einzige Strasse ist, die weiterführt (die Übrigen sind Sackgassen), müssen wir wohl oder übel da drauf. Die Strasse ist denn auch ziemlich breit. Die Höchstgeschwindigkeit wurde mittels Schildern auf 50 km/h gesetzt, die meisten Autos fahren aber schneller - so um die 100 km/h. Auf jeden Fall kommen wir ziemlich rasch voran. Ich weiss bis jetzt (beim Schreiben dieser Zeilen) nicht sicher, was für eine Strasse das war. Unterwegs überholt uns sogar ein Polizeiauto - ohne uns aber anzuhalten. Nach ca. einer Stunde Höchstgeschwindigkeit mündet die Strasse in eine etwas kleinere. Nach den Angaben auf einem Schild sollen es nun noch 40 km bis Siracusa sein. Dies macht uns doch etwas stutzig; wir sind wohl kaum erst knappe 20 km gefahren. Da leider der Kilometerzähler seit Cefalu defekt ist, können wir dies aber nicht überprüfen. Uns bleibt aber nichts anderes übrig als weiter zu fahren. Die Strasse wird bald wieder breiter und die Zahl der LKW's nimmt rapide zu. Nach etwa einer weiteren Stunde beschliessen wir diese Strasse zu verlassen, da der Belag ziemlich rau und die Luft sehr schlecht ist (LKW's). Die weitere Fahrt führt uns vorwiegend an Raffinierien vorbei, bis wir Siracusa endlich erreichen. Nachdem wir im ersten Supermercato (kurz nach Stadtanfang) eingekauft haben, fahren wir direkt (oder fast direkt) über kleine Umwege, Treppen etc. zum Bahnhof. Dort erwartet uns das nächste Theater. Marco versucht Fahrkarten für unsere Räder zu bekommen. Bis jetzt war das eigentlich in Sizilien (gar) kein Problem - z.T. wurden unsere Räder sogar gratis transportiert. Der richtige Preis wäre 5'000 Lire pro Bicci in Sacca. Der Mann am Schalter meint nun aber zuerst, dass gar keine Fahrräder transportiert werden können, nach kurzer Zeit kostet es aber dann plötzlich 10'000 Lire, weil die anderen Fahrkarten in "Espresso-Zügen" nicht gültig seien. Da dies so aber nicht stimmen kann interveniert Marco. Nach weiteren 20 Minuten - konsultieren eines uralten Buches und Anschreien der übrigen Angestellten - besteht der Beamte darauf, dass wir je 10'000 Lire zu bezahlen hätten, was wir dann auch tun (ist ja auch nicht besonders viel). Auf diesem Bahnhof treffen wir auch Wolfgang und Dirk aus unserem nördlichen Nachbarland Deutschland. Sie umrunden mit dem Fahrrad Sizilien in knapp vier Wochen und betrachten dies als eine Bildungsreise. Ihr nächstes Ziel ist auch Catania, aber mit dem Fahrrad unverpackt im Zug, was dementsprechend schwieriger ist. Da sie noch nicht wissen, auf welchen Camping sie wollen, geben wir unseren an (Ionio), wo wir sie dann nach einer 87 (!) km langen Zugfahrt auch antreffen. Tagesleistung: ca. 80 - 90 km mit dem Fahrrad und 87 km mit dem Zug. PS: Da wir nach der Fahrkartengeschichte fast keine Zeit mehr hatten, machten wir nur noch eine Stadtrundfahrt mit dem Fahrrad auf der Halbinsel. Dabei begann es - oh wunder - zu regnen.