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Zürich - KeflavÃk - ReykjavÃk
Freitag, 7.7. / Samstag, 8.7.2000
Abflug mit ca. 3/4 Stunden Verspätung inkl. Sauna an Bord, da Triebwerke noch nicht laufen dürfen. Die Schweiz verabschiedet uns mit Gewittern. Unterwegs einige kleine Turbulenzen und Gulasch als Verpflegung. Portion ziemlich klein geraten. Ankunft um 0.45 Uhr GMT in KeflavÃk. Erstaunlicherweise sind auch alle unsere Taschen etc. angekommen. Danach zusammenstellen der Bikes. Braucht seine Zeit. Da die Zeit bereits ziemlich fortgeschritten ist (ca. 1.45 Uhr), Frage, ob wir nun in KeflavÃk auf den Zeltplatz und dort etwas schlafen sollen oder direkt nach ReykjavÃk fahren. Wir entscheiden uns für das zweite.
Nun folgen lange 51 km, die uns doch einiges abverlangen, besonders in Anbetracht, dass wir nichts geschlafen und nicht besonders viel gegessen haben. Trotzdem ist es eine interessante Fahrt durch eine für uns als Mitteleuropäer doch ziemlich fremdartige Landschaft. Diverse Risse, Spalten und Aufwölbungen prägen die Gegend. Man spürt förmlich, dass die Erde hier noch lebt. Unterwegs überholen uns nur selten Fahrzeuge und es ist deswegen ziemlich angenehm zum Fahren. Zudem geht während unserer Fahrt auch noch die Sonne auf, die ja erst wenige Stunden zuvor hinter dem Horizont verschwand. Kurz nach 6 Uhr erreichen wir ReykjavÃk und finden überraschend schnell auch den Zeltplatz. Noch kaum jemand ist auf und deswegen und weil wir in der Zwischenzeit auch ziemlich müde geworden sind, stellen wir als erstes unsere Zelte auf und legen uns für ein paar Stunden hin. Tut das gut.
Doch lange hält es uns nicht in den Federn. ReykjavÃk will entdeckt werden. Wir machen ausgiebig Sightseeing in der Stadt (Perlan, Hafen, Rathaus, Kirchen, ...) und besorgen uns u.a. auch einen Atlas bzw. Strassenkarte der Insel. Der Atlas kostet läppische 2'900 IKR was etwa 60-70 SFr (Stand 2000) entspricht. Allgemein ist das Leben hier ausserordentlich teuer, z.T. teurer als in der Schweiz. Nach einem erholsamen Bad in der neben dem Camping gelegenen Badeanstalt inkl. 5-Punkte-Reinigung, kochen wir unser Nachtessen und gehen um ca. 23 Uhr bei Sonnenschein schlafen. Bin ich froh um meine Augenbinde.
Tagesleistung: ca. 70 km
Zeltplatz (350 Kr/Zelt + 350 Kr/Person):
+ gut ausgerüstet
+ gross
+ Schwimmbad in der Nähe
Wetter: durchzogen, ca. 15°C
ReykjavÃk - Selfoss - Skogafoss
Sonntag, 9.7.2000
Am Morgen ziemlicher Stress um rechtzeitig zum Busbahnhof BSI zu kommen. Da noch ein Teil der Strecke durch die Landmannalaugar gesperrt ist (leider!!), entscheiden wir uns südlich des Mýrdalsjökull durch zu fahren. Dabei geht uns eine der schönsten Landschaften Islands - die Landmannalaugar - durch die Lappen, aber es bleibt uns schlicht nichts anderes übrig. Wir müssen im Gegenuhrzeigersinn um die Insel herumfahren, da wir mit zwei weiteren Reisenden in Egilsstaðir abgemacht haben und uns die Zeit sonst nicht reicht... Da nicht alle vier Bikes auf einem Bus Platz haben, teilen wir uns auf zwei Busse auf. Über Hveragerði geht es mit dem Bus nach Selfoss. Für die Bikes müssen wir separat im Bus bezahlen.
Bei fantastischem Wetter und Rückenwind fahren wir ab Selfoss mit Muskelkraft über Hella und Hvolsvöllur zum sehr schönen Seljalandsfoss und geniessen dort die ausgesprochen warmen Temperaturen (bis zu 26°C). Danach geht es ohne Rückenwind, dafür mit kräftigem Gegenwind nach Skógar und zum Skógafoss wo wir auch übernachten.
Die starken Winde verursachen auch kleine Sandstürme, die wir unterwegs gut beobachten können. Im Übrigen sehen wir während längerer Zeit am Horizont Richtung Meer kleinere Berge. Das denken wir auf jeden Fall. Wir können sie aber auf keiner Karte finden. Kein Wunder, es sind ja auch keine Berge sondern die Westmännerinseln. Auch eine Art optische Täuschung.
Tagesleistung: ca. 110 km + einige km per Bus ;-)
Camping:
+ schöne Lage
+ WC, Dusche etc. mit warmem Wasser
- Teure Dusche: 200 Kr
Wetter: Sehr schön und heiss (26°C), windig
Bus ReykjavÃk - Selfoss: 750 Kr pro Person + 500 Kr pro Bike
Skógar - VÃk- HrÃfunes
Montag, 10.7.2000
Am Morgen zuerst noch kleine Tour zum Felsen über den Skógafoss ins Tal fällt -> sehr schöne Aussicht! Danach Abfahrt in Richtung VÃk: Rückenwind. Unterwegs einige Baustellen mit z.T. sehr grobem Schotter auf der Strasse -> mühsam und nichts für schmale Räder. Kurz vor VÃk starke Steigung mit Baustelle, ein echter Kampf. Spätestens hier merkt man, wie schwer das Bike mit all dem Gepäck wirklich ist. In VÃk bei Supermarkt Mittagspause bei angenehmen Temperaturen und Sonne. Der Wettergott scheint uns immer noch hold zu sein...
Nach dem Mittagessen geht es weiter. Der Wind kommt jetzt häufig von der Seite oder auch von vorne. Schlechte Vorraussetzungen für die Sanderquerung. Ausser einem platten Reifen geht aber alles gut. Kurz vor unserem Ziel verlassen wir die Ringstrasse und nehmen die Piste nach HrÃfunes unter die Räder: viele Rillen und grober Schotter. Nach einer Brücke und der letzten Steigung meinen wir, dass wir das Ziel erreicht haben: einige Häuser und ein Zelt. Doch weit und breit niemand zu sehen. Wir entscheiden uns noch einige km weiterzufahren. Und siehe nach 2 km erreichen wir den idyllisch gelegenen Camping, den wir eigentlich suchten. Zu unserer Überraschung hat es sogar ein kleines Häuschen mit WC, Wasser und Dusche. Leider ist aber das Gas zum Heizen ausgegangen -> nur kalte Dusche. Aber immer noch besser als gar keine.
Tagesleistung: 80 km
Camping (HrÃfunes):
+ schön gelegen, extrem ruhig
+ zweckentsprechende Ausrüstung (WC, Dusche)
+ anscheinend kostenlos (Irrtum vorbehalten)
- schlechte Anfahrtswege, Markierungen
Wetter: durchzogen, windig 18°C
HrÃfunes - Kirkjubæjarklaustur
Dienstag, 11.7.2000
Am Morgen stark bewölkt und Regen. Am Anfang Schotterpiste (208), einigermassen gut fahrbar. Danach die übliche Ringstrasse 1 durch die Laki-Lavafelder. Nach ca. 2 Stunden fahren im Regen erreichen wir Kirkjubæjarklaustur. Dann folgt wie immer Zeltaufstellen und Einkaufen gehen. Um uns etwas aufzuwärmen gönnen wir uns danach ein Bad im nahen Edda-Hotel (250 Kr/Person).
In Kirkjubæjarklaustur haben wir den bisher teuersten Salat gefunden: Eisbergsalat für 400 Kr den halben Kopf!
Tagesleistung: 35 km
Camping (450 Kr/Person):
+ warme Dusche, WC
+ Essensraum, Kochstellen
Wetter: Regen, kühl, windig