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Cover von Reisehandbuch Island von Ulrich Quack
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Home: Island: Reisebericht    
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Heimay
Heimay-Porlakshöfn
Porlakshöfn - Reykjavík
Reykjavík
Reykjavík
Reykjavík - Keflavík
Keflavík-?
Hveragerði -Keflavík-Zürich

Heimay by S. Küttel
   

Heimay

Samstag, 29.7. 2000

Heute sind wir schon etwas aktiver. Als erstes geht es auf den 1973 entstandenen Vulkan Eldfell, von dem aus man eine gute Sicht auf die Stadt und der Rest der Insel hat. Von seiner feurigen Vergangenheit erzählen nur noch ein paar Fumarolen, trotzdem fühle ich mich einmal mehr sehr wohl… Nachher geht uns Angie verloren, dafür komme ich bei der nachfolgenden Suche noch kurz bei der berühmten Kirche von Heimay vorbei.
Zum Abschluss des Tages erziehlen wir noch eine sportliche Höchstleistung und erklimmen den alten Kraterrand beim Zeltplatz. Bei Regen ist hier äusserste Vorsicht geboten, da die sehr steilen Wände mit ihrem Grasbewuchs sehr rutschig sind. Dafür kann man hier einen wunderschönen Sonnenuntergang zusammen mit Hunderten von Papageientaucher erleben. Aber es sei nochmals gesagt: es ist äusserst steil und Kleinkinder haben hier sicher nichts zu suchen. Auch grosse Kinder können hier ihre liebe Mühe haben.
Wieder im Basislager angekommen, begrüsst mich ein Papageientaucher mit einer gezielten Darmentleerung, was eine längere Haarwaschaktion nach sich zieht. Auf jeden Fall kann ich hiermit bestätigen, dass Papageientaucher Fische fressen. Ansonsten wäre der Gestank gar nicht erklärbar…

Tagesleistung: Strecke: ca. 10 km

Wetter: immer noch bedeckt

 

Heimay-Porlakshöfn

Sonntag, 30.7.2000

Heute ist nochmals Inselerkundung angesagt. Zudem will ich noch ein paar Bilder von den Papageientaucher schiessen. Am Nachmittag geht es dann mit der Fähre wieder zurück nach Porlakshöfn. Leider sehen wir diesmal keine Wale. Dafür scheint wieder einmal die Sonne. Die Fähre legt ziemlich hart an und rammt den Pier. Zwischen all den Autos im Laderaum ist das ziemlich ungemütlich und auch gefährlich. Anscheinend kommt das öfters vor, es fiel mir schon vor ein paar Tagen auf, als wir in Porlakshöfen auf eben diese Fähre warteten. Also passt auf, dass Ihr nicht zwischen all den Autos erdrückt werdet. In Porlakshöfn selbst erwartet uns wiederum ein intensiver Fischgeruch. Nun ist wieder einmal Abschiednehmen angesagt, da Angie und Beni von nun an wieder ihren eigenen Weg fahren - sie haben noch die wunderschöne Südküste vor sich, fahren aber zuerst mit dem Bus nach Reykjavík. Philipp und ich bleiben, etwas verlassen, in Porlakshöfn zurück.
Keine Menschenseele weit und breit. Auf dem Minicamping steht ausser unserem noch genau ein Zelt. Depressive Stimmung macht sich breit. Eigentlich wollten wir noch auf die Halbinsel Reykjanes hinaus fahren. Aber irgendwie haben wir keine Lust mehr dazu. Für etwas Aufheiterung sorgen lediglich noch die Verhaltensweisungen für den Zeltplatz.

Tagesleistung: Strecke: ca. 10 km

Camping:
+ gut eingerichtet: Dusche, WC, Abwaschgelegenheit
+ klein
- fast Menschenleer

Wetter: schön

 

Porlakshöfn- Reykjavík

Montag, 31.7.2000

Reykjavík, wir kommen! Wir halten es hier in Porlakshöfn nicht mehr aus. Zudem ist auch das Wetter nicht gut.
Zuerst geht es etwa 10 km geradeaus. Danach folgen 15 km mit z.T. stärkeren Steigungen. Zum Schluss noch 27 km mit mehr oder weniger Gefälle. Die ziemlich stark lädierten Vorderkränze meines Bikes sind froh, als die Steigungen vorbei sind. Ich im Übrigen auch… Sozusagen als Dessert serviert uns Reykjavík noch die Fahrkünste einiger seiner Bewohner. Manche sind dabei ziemlich bescheiden und es ist besser man zieht sich etwas zurück. Ausser man will sich und sein Fahrzeug unter einem Auto hervorziehen lassen… Auch klare Handzeichen (Richtungsänderung) werden z.T. missachtet. Am Abend ist wie immer Sundlaug angesagt. Nun sind wir wieder dort, wo wir vor einigen Wochen das erste Mal ein isländisches Bad genossen haben. Auch Beni und Angie haben wir wieder gefunden…

Tagesleistung:
Strecke: 52.7 km
Zeit: 3.21 h
¢: 15.7 km/h
Max: 44.6 km/h

Camping: siehe Anfang

Wetter: bedeckt, kühl: 15°C

 

Reykjavík

Dienstag, 1.8.2000

Die Luft ist langsam draussen. Wir reissen keine Bäume mehr aus. Heute besuchen wir u.a. das Einkaufscenter Kringlan und die sehenswerte Volcanoshow von Villi Knudsen. Noch schöner wäre, wenn er seine Filme im Original, als Film eben, zeigen würde und nicht als Video über einen mittelmässigen Beamer…

Tagesleistung: Strecke: ca. 20 km

Camping siehe Anfang

Internetcaffee: in Kringlan

Wetter: bedeckt

 

Reykjavík

Mittwoch, 2.8.2000

Nun sind Angie und Beni endgültig weg. Wir schlafen dafür aus… Nachher wieder Kringlan, Rathausbesichtigung und Shopping. Vielmehr gibt es dazu nicht zu sagen. Morgen geht es nach Keflavík.

Tagesleistung:
Strecke: 13 km
Zeit: 58 min
¢: 13.6 km/h
Max: 33 km/h

Wetter: bedeckt, regnerisch

 

Reykjavík - Keflavík

Donnerstag, 3.8.2000

Fahrt mit dem Bike nach Keflavík. Leider ist heute das Wetter ziemlich schlecht. Zudem ist der Verkehr äusserst stark. Wir werden von überholenden LKW's fast von der Strasse gewindet. Jetzt wird deutlich, dass es eine weise Entscheidung war am ersten Tag direkt vom Flughafen nach Reykjavík zu fahren, denn am Morgen Früh ist der Verkehr doch deutlich kleiner. Wie gesagt ist das Wetter schlecht (Nieselregen), zudem plagt uns wieder einmal der Gegenwind. Da wir auf der Strecke keinen Unterstand finden, müssen wir unsere Mittagspause bis kurz vor Keflavík verschieben. Dort wird dann umso ausgiebiger Pause gemacht. Langsam aber sicher sind wir froh, dass wir wieder nach Hause dürfen, auch wenn es sehr schön war. Irgendeinmal zermürbt der Regen und der ständige Wind auch den stärksten Radfahrer…

Tagesleistung:
Strecke: 54.9 km
Zeit: 3.31 h
¢: 15.5 km/h
Max: 28.4 km/h

Camping (500 Kr/Person):
+ gut ausgestattet
+ kleiner Aufenthaltsraum
- startende und landende Flugzeuge, aber wir benutzen diese ja schliesslich auch…

Wetter: Nieselregen, Nebel

 

Keflavík-?

Freitag, 4.8.2000

Der vermeintlich letzte Tag in Island. Aber alles der Reihe nach: Wollten eigentlich heute noch zur Blue Lagoon. Da das Wetter aber immer noch schlecht ist, macht es uns nicht an mit dem Rad dorthin zu fahren. Zudem gibt es anscheinend keinen Bus von Keflavík zur Blue Lagoon, was eigentlich fast nicht zu glauben ist. Dann gehen wir halt in die örtliche Sundlaug und geniessen dort das heisse Wasser. Danach packen wir unsere Sachen zusammen und fahren zum Flughafen. Nochmals werden wir mit Regen eingedeckt.
Da wir bereits um ca. 19 Uhr am Flughafen sind, beginnt nun das grosse Warten, da unser Flug erst nach Mitternacht startet. Als wir um ca. 21 Uhr einchecken wollen, erscheint auf dem Display die Anzeige, dass unser Flug mit Crossair gecancellt wurde. Wir glauben zuerst an eine Störung der Anzeigetafeln, da auch das Check-in-Personal von nichts weiss. Doch dann wird klar, dass der Flug tatsächlich gecancelled wurde. Nur weiss leider niemand warum und was wir nun zu tun haben. Nach geschlagenen zwei Stunden ist klar, dass wir in Island bleiben (müssen). Via eines Anrufes in der Schweiz erfahren wir, dass der Flug um mindestens 24 h verschoben wird; Grund: schlechtes Wetter. Es ist wirklich sehr neblig in Keflavík. Dass man aber deswegen nicht mehr fliegen kann, scheint mir doch etwas seltsam. Speziell da alle anderen Flüge mehr oder weniger planmässig durchgeführt werden, z.B. LTU nach Düsseldorf.
Um ca. Mitternacht fährt dann ein Bus, der uns in ein Hotel bringen soll. Wohin ist unklar. Als nächstes heisst es in Reykjavík nochmals warten, bevor die Fahrt weitergeht. Um ca. 3 Uhr in der Frühe erreichen wir das Hotel Örk in Hveragerði; ca. 90! Km von Keflavík entfernt. Wann unser Flug stattfinden wird ist aber weiterhin völlig unbekannt. Eh scheint hier die Information nach dem Zufallsprinzip zu verlaufen. Auf jeden Fall haben wir nun wenigstens ein Bett und sind dankbar dafür. Mal schauen, was der nächste Tag bringt.

Hotel: schöne Zimmer mit TV und Minibar; ziemlich luxuriös nach 4 Wochen Zelt ;-)

Wetter: Nieselregen, Nebel

 

Hveragerði -Keflavík-Zürich

Samstag, 5.8./Sonntag, 6.8.2000

Nach einer kurzen Nacht heisst es um 9 Uhr wieder aufstehen, da es das Morgenessen nur bis 10 Uhr gibt. Und das ist immerhin das erste mal, dass wir ein Buffet haben! Auch nach dem Essen ist unklar, wie es weitergeht. Unruhe macht sich unter den anderen Passagieren breit. Deshalb ziehe ich es vor den Ort etwas näher zu erkunden. Schliesslich wollte ich schon immer mal nach Hveragerði :-) . Trotz zeitweisem Nieselregen und Wind lohnt es sich: diverse heisse Quellen bieten sich zur Besichtigung an.
Um 12 Uhr müssen wir dann unsere Zimmer räumen. Warten im Aufenthaltsraum ist angesagt. Die einen spielen Pingpong, die anderen ärgern sich. Gerüchteweise heisst es, dass ein Bus um 21 Uhr, später um 18 Uhr nach Keflavík fahren soll. Um 20.3o Uhr trifft er dann tatsächlich auch ein. Auf dem Weg nach Keflavík erleben wir zum Abschied noch einen wunderschönen Sonnenuntergang. Nur zu gerne würde ich aussteigen und ein paar Fotos machen…
Mit weiteren 2 Stunden Verspätung fliegt dann tatsächlich ein Flugzeug zurück in die Schweiz. Von Seiten der Besatzung ist die Verspätung von inzwischen etwa 26 Stunden kein Thema. Schade. Hätten hier viel Goodwill zurückholen können. Am frühen Samstag Morgen landen wir in Zürich. Die Schweiz hat uns wieder, aber wir kommen bestimmt wieder, Island!

Gesamtleistung: ca. 1227 km


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Vielen Dank für die Mithilfe.
Letzte Änderung: 09.07.2007